Chronologie

Darstellung der Entwicklung der "Denkmal"anlage seit 1934.

Der Park befindet sich auf dem Gelände der Lettow-Vorbeck-Kaserne. Bestückt mit rassistischen „Denkmälern“ aus anderen Zeiten: dem Nationalsozialismus und Kolonialismus des 20. Jahrhunderts, aber auch einem bestenfalls geschichtsverdrossenen Jenfelder Kulturverein der 2000er Jahre, der für den Park verantwortlich zeichnet. Dort stehen die „Askari-Reliefs“ und das „Schutztruppen-Ehrenmal“, die beide in den 1930er Jahren von Nationalsozialisten errichtet wurden.  
 
Seit der Errichtung im Jahr 2003 ist auf dem Gelände nicht viel passiert. Es gibt keine adäquate Kontextualisierung, weshalb die Stadt beschlossen hat, den Park zu schließen. Was wann genau passiert ist, erfährst du hier.
1934

Bau der Lettow-Vorbeck und Von-Estorff-Kaserne.

Foto: Ansicht großer Platz Von-Estorff-Kaserne um 1940 (hamburg-bildarchiv.de)

1938

Die sogenannten "Askari-Reliefs" werden von Walter Ruckteschell errichtet.

1939

Einweihung der Reliefs in Anwesenheit von Paul Lettow Vorbeck.

Foto: Ansicht Eingang Lettow-Vorbeck-Kaserne um 1940 (hamburg-bildarchiv.de)

1945

Die Bundeswehr zieht in die Kaserne ein. Der Name wird beibehalten.

1966

Ergänzung des "Schutztruppen Ehrenmals" um eine weitere Tafel

1973/1974

Die beiden Kasernen werden zusammengelegt und unter dem Namen "Lettow-Vorbeck-Kaserne" weitergeführt.

1999

Die Bundeswehr verlässt den Standort im Zuge der Abrüstung.

1999

Aus der ehemaligen Kaserne wird ein Wohnheim für Stundent*innen der Bundeswehr Universität

1999

Der Bund für Denkmalerhaltung e.V. lagert die Reliefs ein.

Der Kulturkreis Jenfeld fordert sie daraufhin zurück, was ihnen mit der Unterstützung der Stadt gelingt.

2002

Der Bezirk Wandsbek beruft ein Kuratorium ein.

Es findet die erste Kuratoriumssitzung statt, um ein geeignetes Konzept zu erarbeiten. Mitglieder kommen aus dem Sonderforschungsbereich (SFB), Kulturkreis Jenfeld e.V., Universität Hamburg, Universität der Bundeswehr, Museum für Völkerkunde Hamburg, Senatsbehörde, Eine-Welt-Netzwerk und Honorarkonsul von Tansania.

2003

Kuratorium überwirft sich und löst sich auf.

05.09.2003

Inoffizielle Eröffnung des so genannten Tansania-Parks.

2004

100. Jahrestag des Völkermordes an den Herero und Nama.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker demonstriert im Tansania Park.

2005

100. Jahrestag der Niederschlagung des Mai-Maji-Aufstandes.

Hamburger Geschichtswerkstätten demonstrieren gegen Gedenkrituale von Traditionsverbänden.

2010

Die Städtepartnerschaft Hamburg – Dar es Saalam, Tansania, entsteht.

2011

50. Jahrestag der Unabhängigkeit Tansanias.

Rundgang durch den Park unter dem Titel "Kasernenechos: Widerstand und Widerhall" wird von der Polizei abgebrochen.

2013

Ersuchen der Bürgerschaft:

Bericht des Kulturausschusses über "Aufarbeitung des ‘kolonialen Erbes’ - Neustart in der Erinnerungskultur unter Einbeziehung der Partnerschaft mit Dar es Salaam".

2014

Der Hamburger Senat beschließt ein Programm zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes auf den Weg zu bringen.

2014

Runder Tisch im Rathaus:

Das Eine-Welt-Netzwerk und der Arbeitskreis Postkolonial laden zum ersten Runden Tisch im Rathaus ein.

2014

Neue Forschungsstelle an der Universität Hamburg.

Gründung der Forschungsstelle "Hamburgs (post-) koloniales Erbe – Hamburg und die (frühe) Globalisierung" unter Jürgen Zimmerer.

2016

Neues Stadtviertel entsteht auf dem Kasernengelände.

Umbau von einem Teil der Kaserne in ein neues Stadtviertel. Die "Jenfelder Au" wird eröffnet.

2023

Symposium: "Tansania Park – Eine Annäherung"

Der Salon International e. V. veranstaltet einen Aktionstag mit Vorträgen, Rundgängen und einem Theaterstück.

2024

Der Salon International e. V. gründet die Tansania Park AG.

2024

Weitere Aktionen zum Park sind geplant …

Der Name „Tansania-Park“ wirft viele kritische Fragen auf, insbesondere zu seiner Entstehung und den beteiligten Akteuren. Die Tatsache, dass er ohne Einbeziehung tansanischer Partner*innen oder Mitglieder der tansanischen Diaspora in Deutschland gewählt wurde, gibt berechtigte Bedenken. Zudem hat der Name eine koloniale Konnotation. Dies kann als beleidigend empfunden werden.  
 
Trotz dieser Bedenken und Kritik wird der Begriff „Tansania-Park“ in diesem Zusammenhang weiterhin als Eigenname verwendet, um seinen Stellenwert in der aktuellen Debatte zu verdeutlichen und die Diskussion über die Notwendigkeit einer sensiblen und respektvollen Namensgebung in der öffentlichen Wahrnehmung zu fördern. 
 
Zudem wird der Name im Stadtteil verwendet und ist umgangssprachlich als dieser verstanden. Der Einfachheithalber haben wir uns daher entschieden, den Begriff weiterhin als Hilfsbegriff zu verwenden, sind jedoch weiterhin offen für alternative Vorschläge. Der Begriff ist stellvertretend für die Prozesshaftigkeit unseres Projektes. 
Disclaimer: Auf dieser Seite werden rassistische Motive, sowie Bildsprache der Nationalsozialisten gezeigt. Unser Ziel ist es dabei keinesfalls etwaige Ideologien zu verbreiten, sondern um ein tiefgreifendes Verständnis für historische Ereignisse und deren Auswirkungen zu fördern. 
Herzlichen Dank an unsere Förder*innen