Jahresrückblick 2025

Let's take a look back to look forward.

Wir haben ausprobiert, neu gedacht, verlernt und dazugelernt. Wir haben uns an Formate, Methoden und Themen herangewagt, die uns immer wieder dazu einladen, unsere eigenen Positionen zu hinterfragen und Räume so zu gestalten, dass mehr Perspektiven sichtbar und hörbar werden. Und wir durften Menschen begegnen, die dieses Netzwerk mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen, ihrer Kritik und ihrer Solidarität bereichern. Unser Netzwerk wächst – divers, lebendig und getragen von vielen, die Verantwortung für eine Machtkritische Erinnerungskultur übernehmen wollen. Dafür sind wir sehr dankbar. Gemeinsam mit euch wollen wir einen Blick auf das zurückliegende Jahr werfen, und nochmal von ganzem Herzen Danke sagen an all diejenigen, die uns begleitet haben, ob ganz nah dabei oder solidarisch aus der Ferne.
Hinter uns liegt ein Jahr, in dem wir gemeinsam deutlich gemacht haben: Der sogenannte Tansania Park* bleibt ein zentraler Ort für Auseinandersetzung mit kolonialer Gewalt und Verflechtungen in der Geschichte. Wir stehen immer
noch am Anfang dieses Prozesses und stoßen fast täglich auf Strukturen und Muster in unserem Alltag, die dies deutlich machen. Wir wollen kurz auf einige der Projekte zurückschauen, die wir in diesem Jahr umgesetzt haben, aber auch darüber informieren, was bereits alles passiert, ist:

Wir sind auf TikTok und Instagram!

Seit Beginn dieses Jahres sind wir sowohl auf Instagram als auch TikTok aktiv. Dort haben wir bereits mehrere Videos zum Thema hochgeladen und teilen regelmäßig Infos zu Veranstaltungen. Schaut mal rein:

Theateraustausch Projekt

In diesem Jahr war erneut eine Theatergruppe des Kigamboni Community Centers aus Dar es Salaam zu Gast. Gemeinsam mit der Playbackbühne Jenfeld hatte sie mehrere Auftritte in Hamburg und Wandsbek. Dabei haben sich die
Theatergruppen methodisch ausgetauscht und tolle akrobatische Darbietungen sowie Playback-Aufführungen gezeigt. Die Gruppe aus Jenfeld war durch ihren internationalen Hintergrund geprägt, sodass der Austausch zu einer vielschichtigen Erfahrung wurde. Das Ensemble thematisierte vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen die Bedeutung von Flucht, Krieg und Vertreibung im Zusammenhang mit kolonialen Kontinuitäten. Dies wurde besonders deutlich bei einem Auftritt in Kooperation mit dem Begegnungshaus Elfsaal. In dem interaktiven Stück wurde das Publikum, das aus mehreren Deutschkursen für Frauen bestand, aktiv in das Storytelling einbezogen. Auf einer emotionalen Ebene wurden so Verbindungen
gezogen, Geschichten geteilt und durch die Playback Methode durch die internationale Gruppe visualisiert.

Aktionstag Alte Geschichte(n), neue Zugänge

„Alte Geschichte(n), neue Zugänge – Junge Stimmen im Dialog mit dem Tansania-Park“ war eines der Projekte, in denen besonders spürbar wurde, wie viel Kraft entsteht, wenn junge Menschen sich Räume aneignen und ihre Perspektiven hörbar machen. Über Monate hinweg haben Schüler:innen der Nelson-Mandela-Schule geforscht, hinterfragt, verlernt und neu gedacht. Sie haben sich den globalen Verflechtungen von Kolonialismus und Rassismus gestellt – und zugleich ihren eigenen Erfahrungen und Fragen Platz gegeben. In radikal partizipativer Arbeit entstanden Interviews, Audiobeiträge, erste Ausstellungselemente und ein wachsendes Bewusstsein dafür, wie Erinnerungskultur anders und gerechter gestaltet werden kann. Der Aktionstag am 06.07.2025 machte das eindrucksvoll sichtbar: Die Jugendlichen führten durch den Park, öffneten Räume für kritische Diskussionen und zeigten, wie viel Mut und Klarheit in ihren Stimmen steckt.

Tag des offenen Denkmals

Anlässlich des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ luden wir erneut nach Jenfeld ein mit einem vielfältigen Programm. Fokus lag auf den geführten Rundgängen angeboten, die die koloniale Vergangenheit und Gegenwart des
Ortes, seine historische Bedeutung und künstlerische Perspektiven
beleuchteten. Die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit, die Geschichte hinter den Denkmälern aus unterschiedlichen Blickwinkeln
kennenzulernen – von geschichtlichen Erläuterungen von Anke Schwarzer vom Bildungsbüro Hamburg über eine musikalische Führungen von Ben Ntahondi
vom DARCH bis hin zu einem musikalischen Rundgang mit Marc Agten. Am Abend zuvor gab es eine Open-Air-Filmvorführung in Kooperation mit dem A wall is a screen e.V. sowie dem B-Movie St. Pauli. Wir zeigten den Film „Wahenga – the ancestors” mit anschließendem Gespräch mit Hauptfigur John Kitime.

Symposium: Ein Ort. Wie viele Geschichten?

Am Symposium „Ein Ort. Wie viele Geschichten?“ im Tansania-Park in Jenfeld trafen sich Menschen zu einem offenen Austausch über Erinnerungskultur, Kolonialgeschichte und Nationalsozialismus. Ziel war es, die Verflechtungen dieser beiden historischen Kapitel sichtbar zu machen und gemeinsam neue
Perspektiven auf das Erinnern zu entwickeln. Der Tag bot ein vielseitiges Programm: Nach einem Literaturrundgang zu schwarzen Lebensgeschichten im Nationalsozialismus von Tanja Bah gab es ein gemeinsames Mittagessen, die Möglichkeit zur Vernetzung sowie kreative Aktionen wie Siebdruck. Darüber hinaus fand ein Panelgespräch über antikoloniale und antifaschistische Erinnerungspraxis statt und am Abend gab es ein gemeinsames kulturelles „Mahl der Utopie“ mit Avraham Rosenblum. Unser Wunsch für diesen Tag war es, Geschichte nicht isoliert zu betrachten, sondern miteinander ins Gespräch zu kommen, Machtverhältnisse zu reflektieren und uns immer wieder zu fragen: Wie wollen wir erinnern?

Das ganze Jahr über bekamen wir von euch immer wieder Anfragen für Rundgänge: Sei es als Schulklasse, Bildungsrundgang, Lehrer:innenfortbildungen oder als Verein aus der Nachbarschaft. Dank unserer Bildunsvermittler:innen können wir mittlerweile unterschiedliche Rundgänge oder Workshops für eure Bedarfe anbieten! So soll es auch im kommenden Jahr weiter gehen. 

Unser besonderer Dank gilt unseren Förderpartner:innen, unseren ehrenamtlichen Mitstreiter:innen und all unseren Kooperationspartner:innen, die diesen Weg mit uns gehen. Ihr macht es möglich, Türen zu öffnen und langfristige Strukturen aufzubauen, die über einzelne Veranstaltungen hinaus wirken sollen.

Vielen Dank euch!
Mit solidarischen Grüßen,
Euer Salon International e.V.